Elektroautos werden für viele Autofahrer immer interessanter. Sie fahren lokal emissionsfrei, haben oft niedrigere Energiekosten als Benziner oder Diesel und können im Alltag besonders dann günstig sein, wenn man zu Hause laden kann. Trotzdem stellt sich vor dem Kauf eine wichtige Frage: Was kostet ein Elektroauto im Monat wirklich?
Denn auch ein Elektroauto ist nicht automatisch billig. Neben den Stromkosten spielen vor allem Versicherung, Kaufpreis, Wertverlust, Wartung, Reifen und mögliche Ladekosten eine wichtige Rolle.
In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Kosten bei einem Elektroauto entstehen können und wie du deine monatlichen Kosten realistisch berechnest.
Welche Kosten fallen bei einem Elektroauto monatlich an?
Die monatlichen Kosten eines Elektroautos setzen sich aus mehreren Bereichen zusammen:
- Versicherung
- Stromkosten
- Kfz-Steuer
- Wartung und Reparaturen
- Reifen und Verschleiß
- anteiliger Kaufpreis oder Wertverlust
- mögliche Kosten für Wallbox oder Laden unterwegs
Der größte Unterschied zum Verbrenner: Statt Spritkosten entstehen Stromkosten. Dafür können Kaufpreis, Versicherung und Wertverlust je nach Fahrzeug weiterhin hoch sein.
Versicherung beim Elektroauto
Die Versicherung ist auch beim Elektroauto ein wichtiger Kostenpunkt. Wie teuer sie ausfällt, hängt stark vom Fahrzeug und vom Fahrer ab.
Wichtige Faktoren sind zum Beispiel:
- dein Alter
- deine Schadenfreiheitsklasse
- dein Wohnort
- jährliche Fahrleistung
- Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko
- Fahrzeugwert
- Motorleistung
- Reparaturkosten
- Selbstbeteiligung
Da viele Elektroautos einen höheren Fahrzeugwert haben, kann besonders die Vollkaskoversicherung teuer sein.
Für eine einfache Beispielrechnung kann man grob mit 90 € bis 180 € pro Monat für die Versicherung rechnen. Bei günstigen kleinen Elektroautos kann es weniger sein, bei teuren Modellen auch deutlich mehr.
Stromkosten beim Elektroauto
Die Stromkosten ersetzen beim Elektroauto die klassischen Spritkosten. Wie hoch sie ausfallen, hängt vor allem von drei Dingen ab:
- Verbrauch des Autos
- gefahrene Kilometer pro Monat
- Strompreis pro kWh
Eine einfache Formel für die Stromkosten lautet:
Kilometer pro Monat × Verbrauch in kWh pro 100 km ÷ 100 × Strompreis pro kWh = Stromkosten pro Monat
Beispiel:
Du fährst 1.200 km im Monat. Dein Elektroauto verbraucht durchschnittlich 17 kWh auf 100 km. Dein Strompreis liegt bei 0,35 € pro kWh.
Rechnung:
1.200 × 17 ÷ 100 × 0,35 € = 71,40 €
In diesem Beispiel würden die Stromkosten also bei ungefähr 71 € pro Monat liegen.
Laden zu Hause oder öffentlich laden
Ein wichtiger Punkt bei Elektroautos ist der Ladeort. Die Kosten können stark unterschiedlich ausfallen.
Wenn du zu Hause laden kannst, sind die Stromkosten oft besser planbar. Wenn du häufig öffentlich lädst oder Schnelllader nutzt, können die Kosten höher sein.
Typische Ladearten sind:
- Laden zu Hause
- Laden an der Wallbox
- öffentliche Ladesäulen
- Schnellladen unterwegs
- Laden beim Arbeitgeber
Deshalb solltest du vor dem Kauf überlegen, wo du dein Elektroauto hauptsächlich laden wirst.
Kfz-Steuer beim Elektroauto
Reine Elektroautos können bei der Kfz-Steuer günstiger sein als viele Benziner oder Diesel. Je nach Zulassung und aktueller Regelung kann zeitweise sogar keine Kfz-Steuer anfallen.
Für eine einfache Beispielrechnung kann man deshalb oft mit 0 € pro Monat rechnen.
Wichtig: Prüfe trotzdem immer die konkrete Situation für dein Fahrzeug. Steuerregeln können sich ändern und hängen vom jeweiligen Fahrzeug ab.
Wartung und Reparaturen
Ein Elektroauto hat keinen klassischen Verbrennungsmotor. Dadurch fallen bestimmte Wartungspunkte weg, zum Beispiel Ölwechsel, Auspuff oder Kupplung.
Trotzdem ist ein Elektroauto nicht wartungsfrei.
Kosten können zum Beispiel entstehen durch:
- Reifen
- Bremsen
- Fahrwerk
- Innenraumfilter
- Klimaanlage
- Batterieprüfung
- Software oder Diagnose
- kleinere Reparaturen
Für eine grobe Monatsrechnung kann man zum Beispiel 50 € bis 120 € pro Monat als Rücklage einplanen. Bei älteren Fahrzeugen oder teuren Modellen kann der Betrag höher sein.
Reifen und Verschleiß
Reifen werden bei Elektroautos oft unterschätzt. Viele Elektroautos sind schwerer als vergleichbare Verbrenner und haben sofort verfügbares Drehmoment. Dadurch können Reifen stärker belastet werden.
Auch wenn Bremsen durch Rekuperation teilweise weniger stark genutzt werden, solltest du Reifen und Verschleißteile trotzdem einplanen.
Gerade bei größeren oder leistungsstarken Elektroautos können Reifen ein spürbarer Kostenpunkt sein.
Kaufpreis oder Wertverlust berücksichtigen
Der Kaufpreis ist bei vielen Elektroautos einer der größten Kostenfaktoren. Für die echten monatlichen Kosten solltest du ihn deshalb nicht ignorieren.
Eine einfache Methode ist, den Kaufpreis auf die geplante Nutzungsdauer zu verteilen.
Beispiel:
Du kaufst ein gebrauchtes Elektroauto für 24.000 € und planst, es 5 Jahre zu fahren.
5 Jahre entsprechen 60 Monaten.
24.000 € ÷ 60 = 400 € pro Monat
Das ist eine einfache Rechnung. Noch genauer wäre eine Rechnung mit Wertverlust.
Beispiel:
Kaufpreis: 24.000 €
geschätzter Verkaufspreis nach 5 Jahren: 12.000 €
Wertverlust: 12.000 €
12.000 € ÷ 60 = 200 € pro Monat
Gerade bei Elektroautos ist der Wertverlust wichtig, weil sich Akkutechnik, Nachfrage und Gebrauchtwagenpreise verändern können.
Wallbox und Ladezubehör
Wenn du zu Hause laden möchtest, kann zusätzlich eine Wallbox interessant sein. Diese Kosten fallen nicht jeden Monat direkt an, können aber trotzdem zur Gesamtrechnung gehören.
Mögliche Kostenpunkte sind:
- Wallbox
- Installation
- Elektriker
- Anpassungen am Stromanschluss
- Ladekabel oder Zubehör
Wenn du diese Kosten fair einrechnen möchtest, kannst du sie auf mehrere Jahre verteilen.
Beispiel:
Wallbox und Installation kosten zusammen 1.200 €. Du rechnest mit einer Nutzung über 5 Jahre.
1.200 € ÷ 60 = 20 € pro Monat
Dann würdest du in deiner Monatsrechnung zusätzlich 20 € einplanen.
Beispielrechnung: Elektroauto Kosten pro Monat
Eine einfache Beispielrechnung für ein Elektroauto könnte so aussehen:
| Kostenpunkt | Betrag pro Monat |
|---|---|
| Versicherung | 130 € |
| Stromkosten | 71 € |
| Kfz-Steuer | 0 € |
| Wartung und Reparaturen | 80 € |
| anteiliger Kaufpreis | 400 € |
| Wallbox-Anteil | 20 € |
| Gesamtkosten | 701 € |
In diesem Beispiel kostet das Elektroauto ungefähr 701 € pro Monat.
Wichtig: Das ist nur eine Beispielrechnung. Deine echten Kosten können deutlich abweichen, je nachdem welches Elektroauto du fährst, wie du lädst, wie viel du unterwegs bist und ob du den kompletten Kaufpreis oder nur den Wertverlust einrechnest.
Was kostet ein Elektroauto im Jahr?
Wenn ein Elektroauto im Beispiel 701 € pro Monat kostet, ergeben sich daraus jährliche Kosten von:
701 € × 12 = 8.412 € pro Jahr
Das zeigt: Auch wenn Stromkosten niedriger sein können als Spritkosten, kann ein Elektroauto durch Kaufpreis, Versicherung und Wertverlust trotzdem mehrere tausend Euro pro Jahr kosten.
Ist ein Elektroauto günstiger als ein Benziner oder Diesel?
Ein Elektroauto kann im Alltag günstiger sein, vor allem wenn du zu Hause laden kannst und viel fährst. Die Energiekosten können niedriger sein und einige klassische Wartungskosten fallen weg.
Trotzdem solltest du nicht nur auf die Stromkosten schauen.
Wichtig sind auch:
- Kaufpreis
- Wertverlust
- Versicherung
- Reifen
- Reparaturen
- Ladegewohnheiten
- mögliche Wallbox-Kosten
Ein Elektroauto lohnt sich besonders dann, wenn die Gesamtkosten zu deiner Nutzung passen.
Für wen lohnt sich ein Elektroauto?
Ein Elektroauto kann sinnvoll sein, wenn du:
- zu Hause oder günstig laden kannst
- regelmäßig fährst
- viele kurze und mittlere Strecken fährst
- niedrige Energiekosten möchtest
- leise und komfortabel fahren willst
- ein modernes Fahrzeug suchst
- langfristig die Gesamtkosten im Blick hast
Wenn du fast nur öffentlich oder teuer schnelllädst, können die Vorteile bei den Energiekosten kleiner ausfallen.
Elektroauto mit anderen Fahrzeugen vergleichen
Wenn du überlegst, ob ein Elektroauto, ein SUV, ein Kleinwagen, ein VW Golf oder ein Tesla Model 3 besser zu deinem Budget passt, solltest du nicht nur einzelne Kosten vergleichen.
Vergleiche besser die monatlichen Gesamtkosten:
- Versicherung
- Strom oder Sprit
- Steuer
- Wartung
- Kaufpreis oder Wertverlust
- Lade- oder Zusatzkosten
So erkennst du schneller, welches Fahrzeug langfristig günstiger ist.
Fazit: Ein Elektroauto kann günstige Energiekosten haben, aber trotzdem teuer sein
Ein Elektroauto kann beim Laden günstiger sein als ein Benziner oder Diesel beim Tanken. Trotzdem können Kaufpreis, Versicherung, Wertverlust und Reifen dafür sorgen, dass die monatlichen Gesamtkosten hoch ausfallen.
In einer einfachen Beispielrechnung können Gesamtkosten von rund 600 € bis 800 € pro Monat entstehen. Die echten Kosten hängen aber stark vom konkreten Fahrzeug, deiner Fahrleistung und deinen Lademöglichkeiten ab.
Deshalb lohnt es sich, deine eigenen Werte realistisch zu berechnen. So erkennst du besser, ob ein Elektroauto wirklich zu deinem Budget passt.
Tipp: Berechne deine eigenen Kosten direkt mit dem Autokosten-Rechner von Autokostenpilot. Wenn du ein Elektroauto mit einem anderen Auto vergleichen möchtest, nutze den Auto-Vergleich.
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